Stellungnahme II - 28.10.2017 - 10:00 Uhr

STELLUNGNAHME II ZUR AKTUELLEN SITUATION IN KENIA – STAND 28.10.17 – 10:00 Uhr

Liebe Freunde von Little Prinz Kenia e.V.

 

Wir haben eine neue aktuelle Stellungnahme zur Situation in Kenia verfasst. Die Stellungnahme ist wieder aufgeteilt in 2 Abschnitte. Der erste Abschnitt befasst sich mit der aktuellen Situation in und ums Waisenhaus, der zweite Abschnitt erklärt für alle Interessierten nochmals die Hintergründe und die politische Situation.

 

Aktuelle Situation:

 

Die Lage ums Waisenhaus ist weiter sehr angespannt. Die Mitarbeiter berichten uns von einer sehr nervenaufreibenden Situation. Die Straßen vor dem Waisenhaus, an denen sonst heute der Markt toben würde, sind leergefegt. Niemand verlässt zurzeit das Haus, alle Geschäfte sind geschlossen. Stattdessen werden die Straßen von schwer bewaffneten Sicherheitskräften kontrolliert. Immer wieder, auch nachts, sind Schüsse und Schreie zu hören.

Gestern Abend konnte dank der freundlichen Mithilfe der Polizei ein Einkauf von Lebensmitteln sichergestellt werden. Da die Vorräte langsam zur Neige gingen, wurden mit Hilfe und Eskortierung durch Polizei und über den Hintereingang eines befreundeten Geschäftes Lebensmittel und andere notwendige Dinge gekauft.

Logisch ist auch, dass zur Zeit nichts seinen gewohnten Gang im Waisenhaus geht. Die Schule ist geschlossen, Gäste oder Mitarbeiter von außen können nicht kommen, die Mitarbeiter, die sonst außerhalb leben und übernachten, sind die ganze Zeit im Waisenhaus.

Gebannt verfolgen nun alle, wie sich die politische Situation und damit auch die Sicherheitslage im Westen Kenias weiterentwickelt.

 

Politische Situation:

 

Nachdem die Wahl ohne Beteiligung der Opposition in den meisten Teilen des Landes über die Bühne gegangen ist, steht fest: Präsident Kenyatta hat die Wahl deutlich gewonnen, allerdings unter einer miserablen Wahlbeteiligung.

Die Opposition hat erklärt, sie werde weiter protestieren und Widerstand leisten. Wie in der ersten Stellungnahme genauer geschildert, hat der Oppositionsführer Odinga kurzfristig seine Teilnahme an der Wahl zurückgezogen, da seiner Meinung nach nicht gewährleistet werden konnte, dass die Wahl frei und fair durchgeführt wird.

In vier Bezirken des Westens konnte nicht gewählt werden, da Ausschreitungen und Gewalt die Urnengänge unmöglich machten. In Kisumu, wie in den weiteren Teilen des Westens, liegt die Hochburg der Opposition.

 Nun sollte in den fehlenden West-Bezirken die Wahl heute nachgeholt werden, allerdings ist auch dieser Termin nicht zu halten.

 „Die Wahlkommission sei zutiefst besorgt wegen der Sicherheit ihrer Mitarbeiter, erklärte ein Sprecher in Nairobi. Daher sei beschlossen worden, die Abstimmung in vier Bezirken erneut auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Ein neuer Termin werde in den kommenden Tagen bekanntgegeben. Die Wahl am Donnerstag war von Gewalt überschattet. Bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei wurden mehrere Menschen getötet.“ (Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/kenia-praesidentenwahl-in-einigen-bezirken-erneut-verschoben.2932.de.html?drn:news_id=808911)

Insgesamt wird deutlich, dass dieser Konflikt, der weiter durch Gewalt und leider auch einige Todesopfer ausgetragen wird, so schnell nicht zu lösen sein wird.

„Die vier Distriktgouverneure, alles Oppositionspolitiker, haben gesagt, dass es bei ihnen keine Wahlen gibt. Auch lokale Kirchen wollen keine Wahlwiederholung, weil sie fürchten, dass es nur Opfer gibt und keine Wähler. Bei Protesten am Donnerstag waren drei Menschen ums Leben gekommen, alle von der Polizei erschossen. Am Freitagnachmittag kam es wieder zu Gewalt im westkenianischen Kisumu.

Ein paar Stunden vor der Wahl hatte Kisumus Gouverneur Anyang Nyong’o sogar auf einer Pressekonferenz gesagt, er wolle „über die Möglichkeiten, Risiken und Chancen der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Kenia“ diskutieren.

Es war das erste Mal, dass ein Oppositionspolitiker öffentlich mit der Idee einer Teilung Kenias spielte. Nyong’o: „Wenn eine Regierung nicht den Willen des Volkes ausführt, ist Rebellion gerechtfertigt. Sezession ist gerechtfertigt.“ (Quelle:http://www.taz.de/!5455958/)

 

Wer nochmals die erste Stellungnahme lesen möchte, findet sie unter diesem Link:

https://www.kinderhilfsprojekt-littleprinz.de/stellungnahme1/

 

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