Stellungnahme zur aktuellen Situation in Kenia - Stand 26.10.2017 - 18:00 Uhr

STELLUNGNAHME ZUR AKTUELLEN SITUATION IN KENIA – Stand 26.10.2017 - 18:00 Uhr

Liebe Freunde von Little Prinz Kenya e.V.
im Laufe des Tages haben wir schon verschiedene Anfragen zur aktuellen Situation in Kenia bekommen.
Viele von euch haben in den Nachrichten sicher mitbekommen, dass heute in Kenia wieder gewählt wird und diese Wahlen von schweren Unruhen und Straßenschlachten überschattet werden.
Für alle Interessierten fassen wir den politischen Hintergrund am Ende dieses Beitrages einmal zusammen.

Zur aktuellen Situation – Stand 18:00 Uhr:
Die Polizei hat mitgeteilt, dass die Lage in der Hauptstadt Nairobi, der Küstenstadt Kisumu und in vielen Gegenden des Westens sehr angespannt ist. Auch in der dem Waisenhaus nahe gelegenen Provinzhauptstadt Kakamega ist es nach Aussagen einiger Bekannter in Kenia zu schweren Unruhen gekommen, bei denen einige Gebäude in Flammen aufgingen und Schusswaffen eingesetzt wurden.
In Shinyalu selbst ist die aktuelle Situation nach unseren Informationen angespannt aber unter Kontrolle. Nach einer unruhigen Phase am Vormittag ist schwer bewaffnetes Militär in Shinyalu eingetroffen. Außer den Soldaten befindet sich aktuell niemand auf der Straße. Dennoch fallen auch in Shinyalu immer wieder Schüsse.
Wir können nicht leugnen, dass wir aktuell in großer Sorge sind. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Politischer Hintergrund:
Am heutigen Donnerstag, den 26.10.2017, wurde in Kenia die Präsidentschaftswahl vom 08. August 2017 wiederholt. In einem für den afrikanischen Kontinent einmaligen Vorgang wurde die Wahl im August vom obersten Gericht des Landes nach Beschwerden der Opposition für ungültig erklärt. Es gab einige Anzeichen, dass die Wiederwahl des bisherigen Präsidenten Uhuru Kenyatta nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen ist.
Nun hat im Vorfeld des neuen Wahltermins, der aussichtsreichste Kandidat der Opposition, Raila Odinga, seine Kandidatur überraschend zurückgezogen. Seiner Ansicht wurden weder entscheidende Gesetze zur Durchführung einer geordneten Wahl verabschiedet, noch der nationale Wahlausschuss entscheidend umbesetzt.
Odinga hat seine Anhänger zum Boykott der Wahl aufgerufen. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass in Kenia ein Stammesdenken vorherrscht. Odinga gehört zum Stamm der Luo, die hauptsächlich in Kisumu und im Westen des Landes – auch in der Umgebung des Waisenhauses – beheimatet sind. Präsident Kenyatta gehört zur Volksgruppe Kikuyu. Bei allen politischen Diskussionen spielen diese ethnischen Fragen auch immer eine entscheidende Rolle.
Die extrem aufgeladene politische Situation entlädt sich nun auf den Straßen. Es herrscht große Angst, dass sich ein Bürgerkrieg wie nach der Wahl 2007 mit über 1500 Toten und über 600.000 Flüchtlingen wiederholen könnte.

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